Niemand ist schlauer als der Markt.

Eugene Fama hat den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften unter anderem für die Feststellung erhalten, dass Märkte effizient sind und damit immer recht haben.

Zugleich stellt er fest, dass Märkte grundsätzlich auch nicht überlistet oder geschlagen werden können.

Demzufolge haben alle Fondsmanager, die in einem Jahr mit Ihrem Fonds eine bessere Rendite als der jeweilige Referenzmarkt erwirtschaftet haben, nach dieser Definition einfach Glück gehabt.

Strukturell und dauerhaft besser zu sein als der Markt ist vergleichbar mit einem wieder und wieder durchgeführten Wurf einer Münze – und ständig kommt Kopf. Das kann passieren – muss aber nicht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert, sinkt mit jedem weiteren Münzwurf.

Einen interessanten Beitrag mit einem Interview von Eugene Fama findet sich hier:

Niemand ist schlauer als der Markt.

Welche Konsequenz ziehst Du für Dich aus dieser wissenschaftlich fundierten Erkenntnis?

Bei Investments in Unternehmensbeteiligungen spricht viel dafür, in ETFs zu investieren, die bestimmte Märkte abbilden und zugleich niedrige Kosten haben. Zumindest deutlich niedrigere Kosten als aktiv gemanagte Fonds, die ohnehin den Markt auf Dauer nicht schlagen können.

Wie stehst Du zu diesen Thema ?

Ich freue mich auf Deinen Beitrag.

Viele Grüße

Andreas

DerFinanzstratege.

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Die Deutsche Bank ist immer mal wieder für eine negative Headline gut.

Erst heute wurde bekannt, dass die Deutsche Bank vor Ostern – aus Versehen – rund 28 Milliarden Euro an eine fremde Stelle überwiesen hat. Siehe hierzu den Artikel aus dem Handelsblatt:

Deutsche Bank – Artikel

Man beachte: dieser Betrag ist höher als der gesamte Börsenwert der Deutschen Bank.

Zwar hat die Deutsche Bank das Geld zügig zurück bekommen – zum einen weil der Fehler schnell erkannt wurde und sehr offensichtlich war, zum andere weil die dritte Stelle eine Clearing-Stelle war, die Sicherheiten von Derivategeschäften verwaltet hat.

Trotzdem zeigt der Fehler einmal mehr, welche Unsicherheiten in der Deutschen Bank vorherrschen – sowohl personell wie auch systematisch. Und es gibt kaum ein Risiko, das bei der Deutschen Bank nicht früher oder später schlagend wird.

Ob es diese Bank in 2 Jahren unter dieser Bezeichnung noch geben wird, muss sich erst erweisen. In verschiedenen Medien wird schon davon gesprochen, dass der neue CEO der Deutschen Bank nun zum „letzten Gefecht“ aufbricht.

Fakt ist, dass die Deutsche Bank ein sehr anfälliges Unternehmen ist, nach drei Jahren mit hohen Verlusten, einer verunsicherten Mannschaft und einem verunsicherten und in seiner Strategie nicht klaren Management. Die vergleichsweise geringe Börsenkapitalisierung zeigt die geringe Akzeptanz des Geschäftsmodells der Bank.

Apple könnte die Deutsche Bank wohl aus den täglichen Cash-Einnahmen bezahlen – was sie sicher nicht will. Denn wer will schon Geld zum Fenster rausschmeißen?

Wie siehst Du die weitere Entwicklung der Deutschen Bank?

Ich freue mich auf Deinen Beitrag.

Viele Grüße

Andreas

Der Börsenneuling DWS

Die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, die DWS, hat sich heute auf das Aktienparkett gewagt. Der Vermögensverwalter hat sich dafür nicht den besten Tag ausgesucht. Angst der Anleger vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China haben den DAX und die deutschen Aktienmärkte heute belastet.

Dadurch waren auch keine wesentlichen Gewinne für die Aktien nach Erstnotiz zu verzeichnen.

Weiteres hierzu findet sich im Artikel von Reuters: Angst der Börsianer

Interessant finde ich noch zu bemerken, dass eine stärkere Zuteilung deutscher Anleger bei diesem Börsengang erfolgte. Anders als bei zuletzt erfolgten Emissionen habe deutsche Anleger einen größeren Teil der Emission übernommen. Bei der DWS gingen wohl insgesamt rund 14% der von der Deutschen Bank verkauften Aktien an deutsche Privatanleger (bei Siemens Healthineers waren es wohl nur rund 8%).

Es bleibt spannend, inwieweit sich DWS von der negativen Entwicklung der Deutschen Bank selbst abkoppeln kann. Grundsätzlich spricht ja nichts dagegen, dass DWS seinen eigenen Weg macht. Von den Problemen in den Kernbereichen der Bank, insbesondere im Investment Banking ist die DWS nicht betroffen.

DWS muss allerdings eine Antwort finden auf die neuen FinTechs und auf Robo-Advisor, die Ihnen künftig, was die Marge anbetrifft, das Leben schwer machen könnte.

Ich bin gespannt darauf, wie DWS ihre equity story schreiben können.

Hast Du denn DWS Aktien gezeichnet und erhalten?

Was hältst Du von der DWS?

Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Viele Grüße

Andreas

DerFinanzstratege@gmail.com

Alternative Finanzmärkte wachsen weiter in Europa.

Alternative Finanzierungen

Die europäischen Finanzmärkte mit alternativen Finanzierungsfunktionen, die überwiegend online abgewickelt werden, wächst weiter deutlich. Dies hat eine Studie des Centre for Alternative Finance ergeben.

Märkte

Frankreich, Deutschland und die Niederlande sind demnach die dominierenden Märkte außerhalb von UK. Großbritannien ist aber weiterhin der mit Abstand größte Markt für alternative Finanzierungen.

Produkte

Privatkredite (hauptsächlich so genannte P2P Kredite – Peer-to-Peer) bleiben dabei der größte Sektor der alternativen Finanzindustrie. Die Kreditfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen wächst wesentlich, dazu gehören auch Rechnungsfinanzierungen und das Sammeln von Eigenkapital für Unternehmen.

Im Ergebnis gehören damit für mich P2P Kredite sowie das Crowdfunding zu den wichtigsten Märkten für neue, alternative Finanzierungen, die den klassischen Finanzmärkten das Wasser abgraben. Die klassischen Finanzmärkte werden überwiegend noch von Banken dominiert, welche die klassische Rolle des Finanzintermediärs übernehmen. Diese Rolle der Banken wird mit den alternativen Finanzierungsformen weitgehend überflüssig.

Vertrauen

Noch stärker würden diese alternativen Finanzierungsmärkte wachsen können, wenn sie bei den Investoren bereits vergleichbares Vertrauen genießen würden wie die klassischen Banken. Dieses Vertrauen müssen diese FinTech-Anbieter aber erst noch erwerben. Dazu werden in der Zukunft auch noch umfangreiche Maßnahmen in Form von Finanzbildung und Schaffung von Investoren-Vertrauen erforderlich sein.

Deine Fragen

Hast Du Fragen zu FinTechs, zu alternativen Investmentmöglichkeiten, P2P Krediten oder Crowdfunding – oder auch zu klassischen Aktien-/ETF-Investments, Anleihen, REITs oder Festgeldern?

Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Viele Grüße

Andreas@derfinanzstratege.de

 

Hier ein Auszug aus der Studie:

Europe’s online alternative finance market continues to grow, but remains dominated by the UK, new research shows. The Cambridge Centre for Alternative Finance says the market was worth €7.7bn by the end of 2016, the most recent period for which data is available, with €5.6bn of that total accounted for by the UK.

The data means the alternative finance market across Europe grew by 41 per cent during 2016, providing a range of valuable funding for entrepreneurs and small and medium-sized enterprises that was not available from traditional funding sources. Stripping out the UK, however, the market was up by 101 per cent, with the less mature alternative finance industries of continental Europe now growing very rapidly.

France, Germany and the Netherlands are now the three largest alternative finance markets outside the UK, followed by Finland, Spain, Italy and Georgia. The UK’s share of the European alternative finance market fell to 73 per cent in 2016 from 81 per cent a year earlier as other markets grew faster.

“The number of countries in Europe with meaningful alternative finance activity is growing,” says Robert Wardrop, director of the Cambridge Centre for Alternative Finance. “The business models and products offered by platforms are evolving and expanding at a rapid pace.”

Consumer lending remains the single biggest sub-sector of the alternative finance industry, with peer-to-peer lending sites accounting for 34 per cent of the marketplace. However, SME funding is significant, with peer-to-peer business lending, invoice trading and equity-based crowdfunding together accounting for 40 per cent of the market.

These services have raised significant sums for the SME sector, providing €1.14bn to more than 14,000 businesses across Europe. Debt models including peer-to-peer business lending accounted for 67 per cent of business finance, while equity-based models accounted for 27 per cent.

“Financial services are undergoing a profound transformation that will eventually reshape banking completely,” says José Manuel González-Páramo, a director of the Spanish bank BBVA, one of the sponsors of the study, whose authors noted a clear link between fast growth and an accommodating regulatory regime; those countries where regulators have made the greatest effort to provide supportive policies to the alternative finance industry are now reaping the rewards.

Looking ahead, the Cambridge Centre for Alternative Finance predicts further strong growth from the industry, but the study warns any type of scandal in the sector could damage its progress. The two most significant risks to future growth are the potential collapse of a well-known platform following malpractice, and a major case of fraud involving one or more high-profile transactions, respondents to the study warned.

Und hier der Original-Beitrag zu den alternativen Investments:

Alternative Finance Sector accelerates

Immer neue Börsenrekorde?

Zuletzt ist mir ein Artikel von der süddeutschen Zeitung ins Auge gefallen. Ich habe den Artikel unten verlinkt.

Es geht darum, dass gestern erst der deutsche Aktien-Leitindex DAX erneut ein Allzeithoch erreicht hat – und keinen Menschen interessiert es.

Wenn man sich noch an die Euphorie um das Jahr 2000 herum erinnert, als beispielsweise die Deutsche Telekom an die deutsche Börse gegangen ist, kann man das durchaus bestätigen.

Damals hat wirklich jeder von Aktien und den Aktienmärkten gesprochen – die Ernüchterung kam dann aber ziemlich schnell und nachhaltig.

Und ganz ehrlich: ich dachte auch, dass der übernächste Crash (der nächste nach 2000 war ja dann 2007/2008) nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Allerdings scheinen die Börsenkurse seit 2009 nur einen Weg zu kennen – nach oben.

Wann ist die Party nun zu Ende?

Ich weiß es nicht.

Ich gebe aber dem Autor des Artikels in der Süddeutschen recht. Solange kein Überschwang herrscht und keine wirklich überschwängliche Euphorie – oder Panik, etwaige weitere Kursanstiege zu verpassen, scheint es noch eine weile weiterzugehen.

Der Börsenmarkt hat somit für mich auch Parallelen zum deutschen Immobilienmarkt. Jeder sagt – alles ist schon so teuer, jetzt kann man eigentlich nicht mehr kaufen. Und trotzdem: die Preise gehen seit Jahren immer weiter nach oben. Und es scheint, dass die hohen Immobilienpreise immer noch weitgehend anstandslos bezahlt werden, auch und gerade auch beispielsweise im Großraum München.

Wo führt das noch hin?

Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Aber ich werde es beobachten und berichten.

Und wenn wir uns das Börsenbarometer der letzten Tage anschauen, hat der Überschwang ja auch schon seinen ersten Dämpfer im Jahr 2018 erhalten…

Bis bald,

Andreas

P.S. anbei der Artikel:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dax-rekord-boerse-1.3838849