Was passiert mit Verlusten aus finanzierten Krediten?

Hierzu finde ich aktuell einen interessanten Artikel im Blog von Lars Wrobbel, den ich hier gerne verlinke:

Verluste aus P2P Krediten

Demnach sind nach höchstrichterlicher deutscher Rechtsprechung, das heißt nach einem Urteil des BFH (Bundesfinanzhof), Ausfälle von Krediten aus steuerlich einkommensmindernd in den persönlichen Einkommensteuererklärungen zu berücksichtigen.

Dadurch kannst Du solche Verluste zur Reduzierung Deiner persönlichen Steuerlast einsetzen, das heißt, den Staat auch an den eingetretenen Verluste beteiligen.

Das ist allerdings nur dann möglich, wenn die Verluste nachweislich tatsächlich eingetreten und endgültig sind. Das bedeutet insbesondere für P2P Kredite möglicherweise eine recht lange Wartezeit. Denn aus der Praxis zeigt sich, dass die finale Verwertung von Privatkrediten eben auch dazu führen kann, dass Zahlungsvereinbarungen bspw. aus einer Privatinsolvenz heraus getroffen werden, die besagen, dass der Kreditnehmer mehrere Jahre Zeit hat, um noch einen Teil seines Restkredites abzuzahlen. Steuermindernd ansetzen kannst Du diese Verluste aber erst, wenn sicher ist, wie hoch der finale Ausfall für Dich persönlich sein wird.

Einfacher wird der Ausfall nachzuweisen sein, wenn Du beispielsweise in ein Crowdfunding-Projekt investiert hast und das Unternehmen – möglicherweise ein Immobilien-Bauträger – in die Insolvenz geht. Dann hast Du als Privatinvestor in der Regel damit zu rechnen, dass bei Dir kein Geld mehr ankommt, Du also mit einem Totalausfall rechnen musst. Das kommt bei Projektentwicklungen im Immobilienbereich in der Regel daher, dass die finanzierende Bank die Sicherheit – das Grundstück und das Bauobjekt, soweit fertiggestellt – hat und verwertet. Der Crowdinvestor als Mezzanine-Geldgeber, wird dann nichts mehr bekommen. Dies lässt sich im Insolvenzfall auch relativ schnell so nachweisen lassen, dass Du diese Verluste auch steuermindernd ansetzen kannst in Deiner Steuererklärung.

Hattest Du schon mal einen Ausfall bei einem Crowdfunding-Investment?

Hast Du Erfahrungen mit Ausfällen bei P2P Krediten?

Ich freue mich über den Austausch mit Dir.

Viele Grüße

Andreas

DerFinanzstratege

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Defintion von Crowdfunding

„Viele Menschen investieren gemeinsam mit geringen Mindestanlagesummen online direkt in konkrete unternehmerische Vorhaben. Dies kann über eigen- oder fremdkapitalähnliche Mittel geschehen.

Anleger erhalten einen festen Zins und/oder eine erfolgsabhängige Vergütung.

Als Crowdinvestments zählen nur Darlehen für gewerbliche Zwecke, also keine privaten Konsumkredite.

Der Anleger muss wissen, wer das Geld bekommt.“

Bist Du schon Investor in Crowdfunding-Projekte?

Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Viele Grüße

Andreas

Was passiert mit Crowdinvestments, wenn die Plattform nicht mehr existiert?

Eine berechtigte Frage für alle Crowdinvestoren: Was passiert mit meinem Investment, meinem Geld, wenn die Plattform von heute auf morgen nicht mehr existiert. Wie komme ich an mein Geld, mein Basisinvestment und meine Zinsen?

Hierzu hat Robert Fanderl einen Beitrag verfasst, den ich informativ finde und gerne teile.

Im Ergebnis stellt Robert grundsätzlich fest, dass eine Insolvenz oder ein sonstiges Wegfallen einer Plattform kein Problem sein sollte. Denn die Plattformen sind in der Regel aus vertraglicher Sicht reine Vermittler. Das heißt sie haben dem Grunde nach keine eigenen Stakes in der Beziehung zwischen Investor und Unternehmen. Rein faktisch bilden sie natürlich die Crowd selbst ab, koordinieren also die Kontakte zwischen Investoren und Unternehmen und stellen die Abwicklung des Zahlungsverkehrs sicher sowie die Unternehmenskommunikation.

Durch die vertragliche Gestaltung ist es aber in der Regel so, dass die Verträge zwischen Investoren und Unternehmen ganz normal weiterlaufen, selbst wenn die Plattform nicht mehr aktiv ist.

Als Crowdinvestor siehst Du das aus der rechtlichen Brille beispielsweise auch daran, dass Du ja einen Vertrag mit dem Unternehmen selbst hast, das Du finanzierst – und keinen Vertrag mit der Plattform.

Klar ist aber auch, dass die rechtliche Situation bei deutschen Plattformen grundsätzlich etwas transparenter ist als beispielsweise bei einer P2P Plattform, die in Litauen sitzt.

Daher ist es schon wichtig bei der eigenen Risikobeurteilung zu würdigen, wie die Plattform aufgebaut ist und wie leicht man direkten Kontakt zu den direkten Unternehmen oder Privatpersonen erhalten kann, in die man investiert hat.

Wie siehst Du dieses Thema?

Ich freue mich auf Deinen Beitrag.

Viele Grüße

Andreas

Hier nun die Ausführungen von Robert Fanderl:
Auf die Frage, „was passiert, wenn eine Crowd-Plattform nicht mehr existiert“ gibt es von den Plattformbetreibern meist eine mehr oder weniger gleichlautende Antwort. Die Plattform agiert nur als Vermittler zwischen den Crowd-Investoren und dem Projektanbieter (Emittent). Die Darlehens- oder Beteiligungsverträge werden in der Regel nur zwischen diesen beiden Parteien geschlossen. Ansprechpartner ist und bleibt der Emittent, der auch nach der Schließung / Insolvenz einer Plattform als Ansprechpartner zur Verfügung steht und vertraglich dem Crowd-Investor gegenüber verpflichtet ist. Die einem Crowd-Investment zugrundeliegenden Verträge bleiben daher von einem Insolvenzverfahren beim Plattformbetreiber grundsätzlich unberührt. Für den Fall der vollständigen Einstellung des Plattformbetriebes sind die Vertragsbeziehungen zum Emittenten in der Regel so ausgestaltet, dass auch eine direkte Kommunikation zwischen den Crowd-Investoren und den jeweiligen Emittenten möglich ist.
Solange alles planmäßig läuft, es also zu keiner Leistungsstörung im Vertragsverhältnis zwischen den Crowd-Investoren und dem Projektanbieter kommt, sollte sich die künftige Absenz der Plattform kaum bemerkbar machen. Der Emittent gewährleistet dann – ohne Unterstützung der Plattform – die fristgerechte Zahlung der Zins- und Tilgungsleistungen. Dafür liegen ihm alle notwendigen Daten und Informationen vor. Zudem kann er weiterhin auf den Zahlungsdienstleiter (Treuhänder) zurückgreifen, um die Auszahlungen durchzuführen. Bei einer Leistungsstörung hätte der Zahlungsdienstleister allerdings keine zusätzliche Funktion. Er kann insbesondere keine Inkassoaufgaben übernehmen. Die Rolle des Zahlungsdienstleisters ist insofern vergleichbar mit der Rolle einer Zahlstelle im Wertpapiergeschäft. Letztlich geht also im Idealfall „nur“ das laufende Projektcontrolling sowie das Monitoring der Zins- und Rückzahlungen durch die Plattform verloren.
Der administrative Aufwand ist dabei je nach Beteiligungsmodell unterschiedlich hoch. Bei einem Crowd-Immobiliendarlehen oder bei Crowdlending für Betriebsmittelkredite mit halbjährlicher Zinszahlung ist der buchhalterische Aufwand vergleichsweise hoch. Bei einer Beteiligung an einem Startup ohne laufende Zins- oder Gewinnbeteiligung gibt es während der Laufzeit kaum Handlungsbedarf. Die Erfolgsbeteiligung wird nämlich oft erst am Ende der Laufzeit zusammen mit der Rückzahlung des investierten Kapitals ausgekehrt.
Kritisch wird es dann, wenn es zu einer Leistungsstörung kommt. Im Falle des Nicht-Zahlens muss sich der Anleger grundsätzlich direkt an den Emittenten wenden oder auf die Hilfe eines fremden Dritten (Anwalt) setzen, wenn der Emittent auf die Anfragen des Anlegers nicht reagiert. Grundlage der weiteren Vorgehensweise sind die Regelungen im Darlehensvertrag. Im Idealfall ist dort ein außerordentliches Kündigungsrecht vorgesehen beziehungsweise konkret geregelt. Möglicherweise kann die (insolvente / in Abwicklung befindliche) Plattform noch für eine Übergangszeit einen gewissen Service bieten. Die aktuell nicht mehr aktiven Plattformen greenXmoney.de und Innovestment.de sind aktuell noch per Mail erreichbar.
Es erscheint ratsam, dass die Plattformen schon frühzeitig für den Worst-Case vorsorgen. Es könnte zum Beispiel mit einem entsprechenden Dienstleister (Bank, Vermögensverwalter oder eine andere Crowd-Plattform) eine Vereinbarung getroffen werden, dass dieser im Fall der Fälle die weitere Betreuung der Projekte übernimmt. Das gilt nicht nur für die Sicherstellung der fristgerechten (Zins-)Zahlungen, sondern auch für das laufende Projektcontrolling und für das Nachhalten der regelmäßigen Reports über die Entwicklung der Unternehmen. Ein solcher Plan B liegt aber – soweit erkennbar – nur in ganz wenigen Schubladen der einzelnen Plattformen. Rechtsanwalt Jasper Schedensack weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass „sich die im Bundesverband Crowdfunding zusammengeschlossenen Plattformen eine Selbstverpflichtung auferlegt haben, Prozesse zu schaffen, die nach einer Einstellung des Geschäftsbetriebs den Zugriff auf die Beteiligungen sicherstellen. Inwiefern diese Verpflichtung bisher umgesetzt wurde und Anleger tatsächlich schützt, wird sich allerdings erst zeigen, wenn es tatsächlich zur Insolvenz einer Plattform kommt.“
Julian Oertzen, Vorstand bei Exporo, weist darauf hin, dass Anleger deutlich besser dastehen, wenn Sicherheiten und ein Sicherheiten-Treuhänder vorhanden sind. Die Aufgabe eines des Sicherheiten-Treuhänders übernimmt grundsätzlich ein unabhängiger Dritter. Er überwacht zum einen die im Rahmen der Projektprüfung beauflagten Sicherheiten und gibt die Auszahlung der eingesammelten Investitionen der Anleger erst nach Erfüllung dieser Sicherheiten frei. Während der Projektlaufzeit hält er diese Sicherheiten für die Anleger und erhält in dieser Funktion alle Anlegerdaten. Zum Ende der Projektlaufzeit kontrolliert er die Rückzahlung der Investitionen an den Anleger sowie die Freigabe der Sicherheiten. Hier sieht Oertzen noch einen großen Vorteil: „Sollte der Emittent die fälligen Zahlungen nicht leisten, ist es Aufgabe des Sicherheiten-Treuhänders, die entsprechenden Sicherheiten im Namen der Anleger zu verwerten und die Anleger zu befriedigen“.

Münchner Wirtschaftsförderung unterstützt Crowdfunding

Ich habe den Artikel über die Münchner Wirtschaftsförderung kürzlich gelesen.  Den Artikel habe ich auch beigefügt wiedergegeben und verlinkt.

Warum finde ich den Gedanken gut und unterstützenswürdig?

Crowdfunding ist aus meiner Sicht eine zukunftsfähige Finanz-Technologie, die es ermöglicht, Investoren und Ideen besser und direkter zusammenzubringen. Der Intermediär Bank, ggf. auch der Intermediär Börse, fällt dadurch weg. Ein Kostenfaktor und Geschäftsverhinderer bzw. -erschwerer fällt damit auch weg.

Ich selbst habe auch schon selbst bislang durchweg gute Erfahrungen als Crowdinvestor gemacht.

Was denkst Du darüber?

Ich freue mich über Deine Nachricht.

Viele Grüße

Andreas

 

Hier der Beitrag der Münchner Wirtschaftsförderung:
Ab März 2018 bietet die bayrische Landeshauptstadt München ein Förderprogramm für Crowdfunding-Kampagnen. Konkret wird eine Förderung mit zweifacher Wirkung umgesetzt: Gründer erhalten einen Zuschuss von maximal 3.000 Euro für kreative Dienstleistungen, die für die Umsetzung einer Crowdfunding-Kampagne nötig sind. Diese Förderung ist gekoppelt an Aufträge für die lokale Kultur- und Kreativwirtschaft. Dazu gehören etwa:
  • Fotos, Videos
  • Texte, Lektorat, Übersetzungen
  • Grafikdienstleistungen wie Infografiken, Logos
  • Unterstützung im Bereich Storytelling, Kommunikation, PR, Social Media
Josef Schmid (Leiter des Referats für Arbeit und Wirtschaft) kommentiert: „Wir unterstützen mit dem neuen Programm ein innovatives Finanzierungs- und Marketing-Instrument, das für Gründer immer wichtiger wird. Das neue Förderprogramm soll auch zu einer besseren Vernetzung zwischen Gründer- und Kreativszene beitragen.“
Das Förderprogramm ist Bestandteil der Crowdfunding-Strategie des Referats für Arbeit und Wirtschaft und wurde in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft entwickelt. Zusätzlich ist im Laufe des Jahres auch ein weiteres ergänzendes Angebot zur Kombination von Crowdfunding und klassischer Gründungsfinanzierung geplant.
Die Förderrichtlinien und weitere Informationen finden sich hier: https://www.muenchen.de/rathaus/wirtschaft/gruendung/finanzierung/crowdfunding-foerderung.html

 

3rd European Alternative Finance Report: Market Expanded by 41% in 2016, P2P Consumer Lending Leads

The European online alternative finance market grew by 41 per cent to 7.7 billion euros in 2016, according to the 3rd annual European Alternative Finance Industry Benchmarking Report by the Cambridge Centre for Alternative Finance. The report entitled “Expanding Horizons” indicates that online alternative finance showed growth in new areas across Europe. The report, from the research centre at Cambridge Judge Business School was supported by Spanish-based bank BBVA and the CME Group Foundation, is based on 344 crowdfunding, P2P lending and other alternative finance platforms across 45 European countries.

“The number of countries in Europe with meaningful alternative finance activity is growing,” noted Robert Wardrop, Director of the Cambridge Centre for Alternative Finance, in a foreword to the report. “The business models and products offered by platforms are evolving and expanding at a rapid pace.”

Excluding the United Kingdom, which remained by far the largest alternative finance market in Europe at 5.6 billion euros, online alternative finance grew 101 per cent in Europe to 2.06 billion euros from 1.02 billion euros a year earlier. The UK’s market share in Europe declined to 73 per cent in 2016 from 81 per cent a year earlier as other markets grew faster.

France (444 million euros), Germany (322 million euros) and the Netherlands (194 million euros) are the three largest European alternative finance markets outside the UK, followed by Finland (142 million euros), Spain (131 million euros), Italy (127 million euros) and Georgia (103 million euros).

“Financial services are undergoing a profound transformation that will eventually reshape banking completely,” indicated José Manuel González-Páramo, Executive Board Member at BBVA. “We are confident that this study will contribute to the ongoing debate on the evolution of European alternative finance.”

Peer-to-peer consumer lending is the largest alternative finance segment in Europe for the third year in a row, at 34 per cent, followed by peer-to-peer business lending (17 per cent), invoice trading (12 per cent), equity-based crowdfunding (11 per cent) and reward-based crowdfunding (9 per cent).

“The 3rd Annual European Alternative Finance Report presents the most comprehensive analysis of the status of alternative finance industry in Europe, covering more countries, alternative finance models, as well as industry trends and developments than was available in its predecessors,” stated University of Agder Associate Professor Dr. Rotem Shneor in the report. “Overall, the data collected shows that 2016 saw European alternative finance doubling its volumes from 2015, and continuing an impressive growth. When placed into its short historical perspective, an impression emerges of an industry progressing from an introduction stage catering to innovators, into the growth stage catering to a growing number of early adopters. This growth phase is characterized by entry of new platforms and service providers, overall increasing competition, emergence of rst cases of consolidation, diversi cation of products, and investments in process effectivization and streamlining. Despite exhibiting continuous healthy growth, Europe still punches below its potential.”

Among other findings of the report:

Institutionalization grew considerably from 2015 to 2016, with 45 per cent of peer-to-peer consumer lending and 29 per cent of peer-to-peer business lending funded by institutions such as banks, pension funds and asset management firms.

• Online alternative finance for business continued to grow, providing 1.14 billion euros to more than 14,000 businesses throughout Europe. Debt models including peer-to-peer business lending accounted for 67 per cent of business finance, while equity models accounted for 27 per cent.

• Estonia ranked first for alternative finance volume per capita for the second year in a row, at 63 euros, followed by Monaco (51 euros) and Georgia (28 euros).

• Countries in which platforms believe that existing regulations are adequate are more likely to show higher levels of alternative finance per capita and a larger share of business funding.

• While overall perceptions of regulatory adequacy are divided, the greatest discontent concerns laws governing equity-based crowdfunding

• Two types of risk are of greatest concern to European alternative finance platforms: a potential collapse of a well-known platform due to malpractice, and fraud involving one or more high-profile transactions.

“Last year’s report was entitled ‘Sustaining Momentum’,” explained the Cambridge Centre for Alternative Finance in its report. “Findings for 2016 provide evidence that alternative finance in Europe has certainly sustained momentum.  As such, this report is titled ‘Expanding Horizons’ to reflect the positive developments in Europe in alternative finance in 2016, and sets a stage for further and future development of the industry.”

Herkunft des Artikels:

crowdfundinginsider.com

Alternative Finanzmärkte wachsen weiter in Europa.

Alternative Finanzierungen

Die europäischen Finanzmärkte mit alternativen Finanzierungsfunktionen, die überwiegend online abgewickelt werden, wächst weiter deutlich. Dies hat eine Studie des Centre for Alternative Finance ergeben.

Märkte

Frankreich, Deutschland und die Niederlande sind demnach die dominierenden Märkte außerhalb von UK. Großbritannien ist aber weiterhin der mit Abstand größte Markt für alternative Finanzierungen.

Produkte

Privatkredite (hauptsächlich so genannte P2P Kredite – Peer-to-Peer) bleiben dabei der größte Sektor der alternativen Finanzindustrie. Die Kreditfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen wächst wesentlich, dazu gehören auch Rechnungsfinanzierungen und das Sammeln von Eigenkapital für Unternehmen.

Im Ergebnis gehören damit für mich P2P Kredite sowie das Crowdfunding zu den wichtigsten Märkten für neue, alternative Finanzierungen, die den klassischen Finanzmärkten das Wasser abgraben. Die klassischen Finanzmärkte werden überwiegend noch von Banken dominiert, welche die klassische Rolle des Finanzintermediärs übernehmen. Diese Rolle der Banken wird mit den alternativen Finanzierungsformen weitgehend überflüssig.

Vertrauen

Noch stärker würden diese alternativen Finanzierungsmärkte wachsen können, wenn sie bei den Investoren bereits vergleichbares Vertrauen genießen würden wie die klassischen Banken. Dieses Vertrauen müssen diese FinTech-Anbieter aber erst noch erwerben. Dazu werden in der Zukunft auch noch umfangreiche Maßnahmen in Form von Finanzbildung und Schaffung von Investoren-Vertrauen erforderlich sein.

Deine Fragen

Hast Du Fragen zu FinTechs, zu alternativen Investmentmöglichkeiten, P2P Krediten oder Crowdfunding – oder auch zu klassischen Aktien-/ETF-Investments, Anleihen, REITs oder Festgeldern?

Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Viele Grüße

Andreas@derfinanzstratege.de

 

Hier ein Auszug aus der Studie:

Europe’s online alternative finance market continues to grow, but remains dominated by the UK, new research shows. The Cambridge Centre for Alternative Finance says the market was worth €7.7bn by the end of 2016, the most recent period for which data is available, with €5.6bn of that total accounted for by the UK.

The data means the alternative finance market across Europe grew by 41 per cent during 2016, providing a range of valuable funding for entrepreneurs and small and medium-sized enterprises that was not available from traditional funding sources. Stripping out the UK, however, the market was up by 101 per cent, with the less mature alternative finance industries of continental Europe now growing very rapidly.

France, Germany and the Netherlands are now the three largest alternative finance markets outside the UK, followed by Finland, Spain, Italy and Georgia. The UK’s share of the European alternative finance market fell to 73 per cent in 2016 from 81 per cent a year earlier as other markets grew faster.

“The number of countries in Europe with meaningful alternative finance activity is growing,” says Robert Wardrop, director of the Cambridge Centre for Alternative Finance. “The business models and products offered by platforms are evolving and expanding at a rapid pace.”

Consumer lending remains the single biggest sub-sector of the alternative finance industry, with peer-to-peer lending sites accounting for 34 per cent of the marketplace. However, SME funding is significant, with peer-to-peer business lending, invoice trading and equity-based crowdfunding together accounting for 40 per cent of the market.

These services have raised significant sums for the SME sector, providing €1.14bn to more than 14,000 businesses across Europe. Debt models including peer-to-peer business lending accounted for 67 per cent of business finance, while equity-based models accounted for 27 per cent.

“Financial services are undergoing a profound transformation that will eventually reshape banking completely,” says José Manuel González-Páramo, a director of the Spanish bank BBVA, one of the sponsors of the study, whose authors noted a clear link between fast growth and an accommodating regulatory regime; those countries where regulators have made the greatest effort to provide supportive policies to the alternative finance industry are now reaping the rewards.

Looking ahead, the Cambridge Centre for Alternative Finance predicts further strong growth from the industry, but the study warns any type of scandal in the sector could damage its progress. The two most significant risks to future growth are the potential collapse of a well-known platform following malpractice, and a major case of fraud involving one or more high-profile transactions, respondents to the study warned.

Und hier der Original-Beitrag zu den alternativen Investments:

Alternative Finance Sector accelerates

Bundesverband Crowdfunding fordert die neue Bundesregierung auf, die Rahmenbedingungen für Crowdfunding positiv zu gestalten


Der Bundesverband Crowdfunding hat anlässlich der Bildung einer neuen Bundesregierung eine Pressemitteilung veröffentlicht. Die wichtigsten Statements zu den einzelnen Themen findest Du im Überblick:

Koalitionsvertrag
Jamal El Mallouki (Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands) kommentiert: „Wir freuen uns sehr, dass CDU, CSU und SPD sich klar zur Stärkung des Crowdfundings in Deutschland im Koalitionsvertrag ausgesprochen haben.“.

Umsetzung der Wertpapierprospektverordnung
Tamo Zwinge (Vorstandsmitglied zuständig für Regulierung) kommentiert: „Die EU-Prospektverordnung böte Deutschland die Möglichkeit, prospektfreie Emissionen von Wertpapieren bis zu einem Schwellenwert von 8 Mio. Euro zuzulassen. Nach dem Referentenentwurf soll von dieser Möglichkeit aber kein Gebrauch gemacht werden, sondern lediglich die Minimalanforderung einer prospektfreien Emission bis 1 Mio Euro umgesetzt werden. Hier verpasst die Bundesregierung die Chance, bei Wertpapieren einen geordneten Crowdfunding-Markt zu schaffen.“

Steuerliche Anreizen für Wagniskapital
Uli Fricke (stellvertretende Vorstandsvorsitzende) kommentiert: „Bisher können Investoren, die über Crowdfunding-Plattformen Unternehmen unterstützen, nicht den Wagniskapitalzuschuss nutzen. Wenn die Bundesregierung Wagniskapital stärken will, sollte sie Crowdinvestoren und Business Angels steuerlich gleichstellen.“

Mögliche Aufsicht der Finanzanlagenvermittler durch die Bafin
Dirk Littig (Vorstandsmitglied zuständig für digitalen Verbraucherschutz) kommentiert: „Schon jetzt ist es so, dass die Plattformen einer sehr strengen Aufsicht unterliegen und dabei unter anderem die Umsetzung der Finanzlagenvermittlerverordnung durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigen lassen müssen.“

Blockchain-Technologie
Dirk Littig (Vorstandsmitglied zuständig für digitalen Verbraucherschutz) kommentiert: „Die Crowdfunding-Plattformen halten eine Blockchain-Technologie für sinnvoll, allerdings wäre uns wichtig, dass das Transparenzniveau von Crowdfunding auf diese neue Technologie übertragen wird.“

Deutsche Crowdfunding-Plattformen im europäischen Wettbewerb
Ralph Pieper (Vorstandsmitglied zuständig für das Ressort Europa): „Die Daten der Universität Cambridge zeigen, dass Deutschland im europaweiten Vergleich zu langsam wächst. Wir freuen uns auf den Dialog mit dem designierten Finanzminister Olaf Scholz.“

Digitalministerium
Jörg Diehl (Vorstandsmitglied zuständig für Verbandskoordination): „Wir freuen uns sehr über den Erfolg der Kampagne ‚Digitalministerium’ des Bundesverbands Deutsche Startups e.V., die wir ausdrücklich unterstützt haben und freuen uns bereits auf den Dialog mit der Staatssekretärin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär.“

Meine persönliche Einschätzung

Ich unterstütze die Inititative des Bundesverbandes. Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Crowdfundings in Deutschland sollten weiterentwickelt werden. Sowohl hinsichtlich der Transparenz als auch hinsichtlich der Einfachheit möglicher Investments in Crowdfunding-Projekte besteht hier aus meiner Sicht Potenzial und Bedarf.

Crowdfunding ist eine zukunftsträchtige Finanztechnologie, die es wert ist, wirtschaftspolitisch konstruktiv und zukunftsgerichtet begleitet zu werden.

Dies sowohl aus Sicht der Unternehmen als auch aus Sicht der Privatinvestoren.

Wie ist Deine Meinung dazu?

Ich freue mich auf Deine Einschätzung.

Viele Grüße

Andreas@derfinanzstratege.de