Die Deutsche Bank ist immer mal wieder für eine negative Headline gut.

Erst heute wurde bekannt, dass die Deutsche Bank vor Ostern – aus Versehen – rund 28 Milliarden Euro an eine fremde Stelle überwiesen hat. Siehe hierzu den Artikel aus dem Handelsblatt:

Deutsche Bank – Artikel

Man beachte: dieser Betrag ist höher als der gesamte Börsenwert der Deutschen Bank.

Zwar hat die Deutsche Bank das Geld zügig zurück bekommen – zum einen weil der Fehler schnell erkannt wurde und sehr offensichtlich war, zum andere weil die dritte Stelle eine Clearing-Stelle war, die Sicherheiten von Derivategeschäften verwaltet hat.

Trotzdem zeigt der Fehler einmal mehr, welche Unsicherheiten in der Deutschen Bank vorherrschen – sowohl personell wie auch systematisch. Und es gibt kaum ein Risiko, das bei der Deutschen Bank nicht früher oder später schlagend wird.

Ob es diese Bank in 2 Jahren unter dieser Bezeichnung noch geben wird, muss sich erst erweisen. In verschiedenen Medien wird schon davon gesprochen, dass der neue CEO der Deutschen Bank nun zum „letzten Gefecht“ aufbricht.

Fakt ist, dass die Deutsche Bank ein sehr anfälliges Unternehmen ist, nach drei Jahren mit hohen Verlusten, einer verunsicherten Mannschaft und einem verunsicherten und in seiner Strategie nicht klaren Management. Die vergleichsweise geringe Börsenkapitalisierung zeigt die geringe Akzeptanz des Geschäftsmodells der Bank.

Apple könnte die Deutsche Bank wohl aus den täglichen Cash-Einnahmen bezahlen – was sie sicher nicht will. Denn wer will schon Geld zum Fenster rausschmeißen?

Wie siehst Du die weitere Entwicklung der Deutschen Bank?

Ich freue mich auf Deinen Beitrag.

Viele Grüße

Andreas

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Was passiert mit Verlusten aus finanzierten Krediten?

Hierzu finde ich aktuell einen interessanten Artikel im Blog von Lars Wrobbel, den ich hier gerne verlinke:

Verluste aus P2P Krediten

Demnach sind nach höchstrichterlicher deutscher Rechtsprechung, das heißt nach einem Urteil des BFH (Bundesfinanzhof), Ausfälle von Krediten aus steuerlich einkommensmindernd in den persönlichen Einkommensteuererklärungen zu berücksichtigen.

Dadurch kannst Du solche Verluste zur Reduzierung Deiner persönlichen Steuerlast einsetzen, das heißt, den Staat auch an den eingetretenen Verluste beteiligen.

Das ist allerdings nur dann möglich, wenn die Verluste nachweislich tatsächlich eingetreten und endgültig sind. Das bedeutet insbesondere für P2P Kredite möglicherweise eine recht lange Wartezeit. Denn aus der Praxis zeigt sich, dass die finale Verwertung von Privatkrediten eben auch dazu führen kann, dass Zahlungsvereinbarungen bspw. aus einer Privatinsolvenz heraus getroffen werden, die besagen, dass der Kreditnehmer mehrere Jahre Zeit hat, um noch einen Teil seines Restkredites abzuzahlen. Steuermindernd ansetzen kannst Du diese Verluste aber erst, wenn sicher ist, wie hoch der finale Ausfall für Dich persönlich sein wird.

Einfacher wird der Ausfall nachzuweisen sein, wenn Du beispielsweise in ein Crowdfunding-Projekt investiert hast und das Unternehmen – möglicherweise ein Immobilien-Bauträger – in die Insolvenz geht. Dann hast Du als Privatinvestor in der Regel damit zu rechnen, dass bei Dir kein Geld mehr ankommt, Du also mit einem Totalausfall rechnen musst. Das kommt bei Projektentwicklungen im Immobilienbereich in der Regel daher, dass die finanzierende Bank die Sicherheit – das Grundstück und das Bauobjekt, soweit fertiggestellt – hat und verwertet. Der Crowdinvestor als Mezzanine-Geldgeber, wird dann nichts mehr bekommen. Dies lässt sich im Insolvenzfall auch relativ schnell so nachweisen lassen, dass Du diese Verluste auch steuermindernd ansetzen kannst in Deiner Steuererklärung.

Hattest Du schon mal einen Ausfall bei einem Crowdfunding-Investment?

Hast Du Erfahrungen mit Ausfällen bei P2P Krediten?

Ich freue mich über den Austausch mit Dir.

Viele Grüße

Andreas

DerFinanzstratege

Defintion von Crowdfunding

„Viele Menschen investieren gemeinsam mit geringen Mindestanlagesummen online direkt in konkrete unternehmerische Vorhaben. Dies kann über eigen- oder fremdkapitalähnliche Mittel geschehen.

Anleger erhalten einen festen Zins und/oder eine erfolgsabhängige Vergütung.

Als Crowdinvestments zählen nur Darlehen für gewerbliche Zwecke, also keine privaten Konsumkredite.

Der Anleger muss wissen, wer das Geld bekommt.“

Bist Du schon Investor in Crowdfunding-Projekte?

Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Viele Grüße

Andreas

3rd European Alternative Finance Report: Market Expanded by 41% in 2016, P2P Consumer Lending Leads

The European online alternative finance market grew by 41 per cent to 7.7 billion euros in 2016, according to the 3rd annual European Alternative Finance Industry Benchmarking Report by the Cambridge Centre for Alternative Finance. The report entitled “Expanding Horizons” indicates that online alternative finance showed growth in new areas across Europe. The report, from the research centre at Cambridge Judge Business School was supported by Spanish-based bank BBVA and the CME Group Foundation, is based on 344 crowdfunding, P2P lending and other alternative finance platforms across 45 European countries.

“The number of countries in Europe with meaningful alternative finance activity is growing,” noted Robert Wardrop, Director of the Cambridge Centre for Alternative Finance, in a foreword to the report. “The business models and products offered by platforms are evolving and expanding at a rapid pace.”

Excluding the United Kingdom, which remained by far the largest alternative finance market in Europe at 5.6 billion euros, online alternative finance grew 101 per cent in Europe to 2.06 billion euros from 1.02 billion euros a year earlier. The UK’s market share in Europe declined to 73 per cent in 2016 from 81 per cent a year earlier as other markets grew faster.

France (444 million euros), Germany (322 million euros) and the Netherlands (194 million euros) are the three largest European alternative finance markets outside the UK, followed by Finland (142 million euros), Spain (131 million euros), Italy (127 million euros) and Georgia (103 million euros).

“Financial services are undergoing a profound transformation that will eventually reshape banking completely,” indicated José Manuel González-Páramo, Executive Board Member at BBVA. “We are confident that this study will contribute to the ongoing debate on the evolution of European alternative finance.”

Peer-to-peer consumer lending is the largest alternative finance segment in Europe for the third year in a row, at 34 per cent, followed by peer-to-peer business lending (17 per cent), invoice trading (12 per cent), equity-based crowdfunding (11 per cent) and reward-based crowdfunding (9 per cent).

“The 3rd Annual European Alternative Finance Report presents the most comprehensive analysis of the status of alternative finance industry in Europe, covering more countries, alternative finance models, as well as industry trends and developments than was available in its predecessors,” stated University of Agder Associate Professor Dr. Rotem Shneor in the report. “Overall, the data collected shows that 2016 saw European alternative finance doubling its volumes from 2015, and continuing an impressive growth. When placed into its short historical perspective, an impression emerges of an industry progressing from an introduction stage catering to innovators, into the growth stage catering to a growing number of early adopters. This growth phase is characterized by entry of new platforms and service providers, overall increasing competition, emergence of rst cases of consolidation, diversi cation of products, and investments in process effectivization and streamlining. Despite exhibiting continuous healthy growth, Europe still punches below its potential.”

Among other findings of the report:

Institutionalization grew considerably from 2015 to 2016, with 45 per cent of peer-to-peer consumer lending and 29 per cent of peer-to-peer business lending funded by institutions such as banks, pension funds and asset management firms.

• Online alternative finance for business continued to grow, providing 1.14 billion euros to more than 14,000 businesses throughout Europe. Debt models including peer-to-peer business lending accounted for 67 per cent of business finance, while equity models accounted for 27 per cent.

• Estonia ranked first for alternative finance volume per capita for the second year in a row, at 63 euros, followed by Monaco (51 euros) and Georgia (28 euros).

• Countries in which platforms believe that existing regulations are adequate are more likely to show higher levels of alternative finance per capita and a larger share of business funding.

• While overall perceptions of regulatory adequacy are divided, the greatest discontent concerns laws governing equity-based crowdfunding

• Two types of risk are of greatest concern to European alternative finance platforms: a potential collapse of a well-known platform due to malpractice, and fraud involving one or more high-profile transactions.

“Last year’s report was entitled ‘Sustaining Momentum’,” explained the Cambridge Centre for Alternative Finance in its report. “Findings for 2016 provide evidence that alternative finance in Europe has certainly sustained momentum.  As such, this report is titled ‘Expanding Horizons’ to reflect the positive developments in Europe in alternative finance in 2016, and sets a stage for further and future development of the industry.”

Herkunft des Artikels:

crowdfundinginsider.com

Alternative Finanzmärkte wachsen weiter in Europa.

Alternative Finanzierungen

Die europäischen Finanzmärkte mit alternativen Finanzierungsfunktionen, die überwiegend online abgewickelt werden, wächst weiter deutlich. Dies hat eine Studie des Centre for Alternative Finance ergeben.

Märkte

Frankreich, Deutschland und die Niederlande sind demnach die dominierenden Märkte außerhalb von UK. Großbritannien ist aber weiterhin der mit Abstand größte Markt für alternative Finanzierungen.

Produkte

Privatkredite (hauptsächlich so genannte P2P Kredite – Peer-to-Peer) bleiben dabei der größte Sektor der alternativen Finanzindustrie. Die Kreditfinanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen wächst wesentlich, dazu gehören auch Rechnungsfinanzierungen und das Sammeln von Eigenkapital für Unternehmen.

Im Ergebnis gehören damit für mich P2P Kredite sowie das Crowdfunding zu den wichtigsten Märkten für neue, alternative Finanzierungen, die den klassischen Finanzmärkten das Wasser abgraben. Die klassischen Finanzmärkte werden überwiegend noch von Banken dominiert, welche die klassische Rolle des Finanzintermediärs übernehmen. Diese Rolle der Banken wird mit den alternativen Finanzierungsformen weitgehend überflüssig.

Vertrauen

Noch stärker würden diese alternativen Finanzierungsmärkte wachsen können, wenn sie bei den Investoren bereits vergleichbares Vertrauen genießen würden wie die klassischen Banken. Dieses Vertrauen müssen diese FinTech-Anbieter aber erst noch erwerben. Dazu werden in der Zukunft auch noch umfangreiche Maßnahmen in Form von Finanzbildung und Schaffung von Investoren-Vertrauen erforderlich sein.

Deine Fragen

Hast Du Fragen zu FinTechs, zu alternativen Investmentmöglichkeiten, P2P Krediten oder Crowdfunding – oder auch zu klassischen Aktien-/ETF-Investments, Anleihen, REITs oder Festgeldern?

Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Viele Grüße

Andreas@derfinanzstratege.de

 

Hier ein Auszug aus der Studie:

Europe’s online alternative finance market continues to grow, but remains dominated by the UK, new research shows. The Cambridge Centre for Alternative Finance says the market was worth €7.7bn by the end of 2016, the most recent period for which data is available, with €5.6bn of that total accounted for by the UK.

The data means the alternative finance market across Europe grew by 41 per cent during 2016, providing a range of valuable funding for entrepreneurs and small and medium-sized enterprises that was not available from traditional funding sources. Stripping out the UK, however, the market was up by 101 per cent, with the less mature alternative finance industries of continental Europe now growing very rapidly.

France, Germany and the Netherlands are now the three largest alternative finance markets outside the UK, followed by Finland, Spain, Italy and Georgia. The UK’s share of the European alternative finance market fell to 73 per cent in 2016 from 81 per cent a year earlier as other markets grew faster.

“The number of countries in Europe with meaningful alternative finance activity is growing,” says Robert Wardrop, director of the Cambridge Centre for Alternative Finance. “The business models and products offered by platforms are evolving and expanding at a rapid pace.”

Consumer lending remains the single biggest sub-sector of the alternative finance industry, with peer-to-peer lending sites accounting for 34 per cent of the marketplace. However, SME funding is significant, with peer-to-peer business lending, invoice trading and equity-based crowdfunding together accounting for 40 per cent of the market.

These services have raised significant sums for the SME sector, providing €1.14bn to more than 14,000 businesses across Europe. Debt models including peer-to-peer business lending accounted for 67 per cent of business finance, while equity-based models accounted for 27 per cent.

“Financial services are undergoing a profound transformation that will eventually reshape banking completely,” says José Manuel González-Páramo, a director of the Spanish bank BBVA, one of the sponsors of the study, whose authors noted a clear link between fast growth and an accommodating regulatory regime; those countries where regulators have made the greatest effort to provide supportive policies to the alternative finance industry are now reaping the rewards.

Looking ahead, the Cambridge Centre for Alternative Finance predicts further strong growth from the industry, but the study warns any type of scandal in the sector could damage its progress. The two most significant risks to future growth are the potential collapse of a well-known platform following malpractice, and a major case of fraud involving one or more high-profile transactions, respondents to the study warned.

Und hier der Original-Beitrag zu den alternativen Investments:

Alternative Finance Sector accelerates

Österreichische Crowdfunding-Plattformen im Januar 2018

Das Crowdfunding-Bewegung in Österreich hat sich im Januar 2018 im Vorjahresvergleich deutlich entwickelt.

Die aktuelle Marktstatistik von CrowdCircus zeigt ein Wachstum im Vorjahresvergleich von über 40%.

Allein im Januar 2018 wurden Crowd-Investitionen in Höhe von rd. EUR 3,1 Mio getätigt.

Dabei standen Investitionen in Immobilienprojekte deutlich im Vordergrund. Weit über 80% des Volumens entfielen auf solche Immobilien-Projektfinanzierungen.

Crowdfunding bleibt ein spannender und zukunftsträchtiger Markt.

Die Marktbreite an Plattformen, insbesondere aber auch an Investitionsmöglichkeiten nimmt weiter zu.

Trotzdem muss natürlich jeder einzelne Investor für sich entscheiden, ob ein Investment in ein Crowdfunding Projekt unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten und vor dem Hintergrund der persönlichen Risikotragfähigkeit und Risikobereitschaft als Investitionsprodukt geeignet ist.

Ich selbst habe bereits einige Erfahrungen mit diesem Produkt gesammelt, auch im Januar 2018.

Gerne verweise ich auf den Beitrag mit den genauen Zahlen:

Österreichische Crowdfunding-Plattformen im Januar 2018

Siehe hierzu auch einen anderen Beitrag, in dem ich Bezug nehme auf die erwartete Entwicklung im Crowdfunding aus der Sicht einer deutschen Plattform:

Crowdfunding: Rückblick und Ausblick aus der Sicht von Zinsland

Viele Grüße

Andreas

Fintech Lendico geht in die Hände einer traditionelle Bank

ING Diba kauft Firmenkunden-Fintech Lendico

Diesen Artikel habe ich gestern gelesen und für Dich verlinkt.

Was schließe ich aus der damit verbundenen Aussage?

Eine traditionelle, international tätige Großbank kauft ein deutsches Fintech-Unternehmen. Das ist für mich ein starkes Signal. Warum?

Bei diesem Fintech-Unternehmen handelt es sich um eine Plattform, die so genannten P2P Kredite, hier ausschließlich Firmenkundenkredite vertreibt.

Dabei war sie bislang noch nicht extrem erfolgreich. Ich selbst habe mich mit dem P2P Kreditmarkt schon intensiv beschäftigt. Dabei ist mit Lendico zwar aufgefallen, aber nicht sonderlich positiv und auch nicht ausgesprochen erfolgreich.

Umso verwunderlicher für mich, dass ING sich diese P2P Plattform jetzt zu schnappen scheint.

Als Investor in P2P Plattformen zeigt mir das Vorgehen von ING aber das Folgende: ING schätzt diese P2P Plattformen als echte Konkurrenten. Augenscheinlich traut sich die Bank aber nicht selbst zu, zügig eine vergleichbare Plattform aufzubauen. Lieber kauft sie eine bereits bestehende P2P Plattform auf.

Andere P2P Plattformen in Europa sind meines Erachtens erfolgreicher, besser und zukunftsträchtiger. Auf diese anderen P2P Plattformen setze ich eher. Und ich bin noch zuversichtlicher, dass diese P2P Plattformen sich auch gegen große Banken durchsetzen können.

Dies einfach aus dem Grund, weil ihr Geschäftsmodell ganz allgemein und ihr Operating Modell ganz konkret so gut und so zwingend ist, dass ihnen die Kundengelder immer stärker zufließen werden – von Seiten der Investoren. Die Plattformen werden aber auch auf der anderen Seite weiterhin und zunehmend Kreditnehmer anziehen, die sich der nachhaltigen Vorteile dieser P2P Plattformen bewusst werden.

Mein persönliches Ergebnis:

P2P Plattformen sind Fintechs, die zukunftsfähig sind und den traditionellen Banken in der Zukunft massiv Wasser und Kreditvolumen wegnehmen werden. Sie sind als Finanzintermediär einfach effizienter, besser und schneller.

Investitionen in P2P Kredite sind zwar im Vergleich zu vielen anderen Geldanlagen deutlich riskanter – allerdings aber auch erheblich ertragreicher. Das Risiko-Rendite-Profil erscheint mir persönlich aber weiterhin so attraktiv, dass diese Geldanlage in meinem Vermögensanlagemix einen gewissen Anteil erhält – und beibehält.